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Verpatzte Generalprobe der adriatischen Urlaubsdomizile

  

Bürokratische Verstrickung behindern die Reinigung der Strände am ersten Wochenende der Sommersaison

  
  

Bürokratie gilt meist als typisch deutsch.

Doch das von uns Deutschen als eines der unbürokratischsten Länder angesehene Italien beweist,
dass dem nicht so ist. Geht es um die Sauberkeit der Strände der touristischen Hochburgen der Adria,
können wohl sogar wir uns noch einiges an Bürokratie abschauen.

Der offizielle Auftrag, die Strände zu reinigen, ging an eine Firma.
Jene Reinigungsfirma ist nun alleinig für die Sauberhaltung verantwortlich.

Dies bedeutet jedoch auch, dass niemand anders als die Angestellten dieser Firma sich zu erdreisten hat,
die Strände von Unrat zu befreien.

Es handelt sich nicht nur eine Frage der Ehre, welche auf Nichtitaliener oft sehr unverständlich wirkt,
man könnte sogar mit einem Bußgeld für die, einem nicht zu stehende, getane Aufgabe rechnen.

Problematisch wird die Situation jedoch erst jetzt zu Saisonbeginn.

Bisher rückten in unterschiedlichen Abständen Reinigungskräfte der besagten Firma an und
da die Strände ja noch nicht stark genutzt wurden, war die Auffassung der Firma,
wie die Säuberungsarbeiten von statten gehen sollten ausreichend.

  

Erst dieses Wochenende, das als erstes Sommerwochenende galt und Sonntag der erste von vielen folgenden Tagen war,
an denen die adriatischen Strände von Menschenmassen überrollt werden,
bemerkte man dass die beauftragte Firma wohl noch im Winterschlaf steckt und den Saisonstart merklich verschlafen hat.

Doch wegen den oben genannten Gründen, konnte niemand der Firma unter die Arme greifen und die Strände blieben verdreckt.

Flaschen, Dosen, Zigarettenkippen, Algen, Plastik und sogar Tierkadaver verteilten sich zwischen den Sonnenhungrigen.

  

Jedoch hat auch die Reinigungsfirma mit Bürokratie zu kämpfen. Und zwar genau dann,
wenn es sich nicht um Müll handelt, der am Strand liegt, sondern um verendete Tiere.

Obwohl diese auf Urlauber am Abschreckensten wirken, darf das Reinigungspersonal sie nicht einfach wegräumen.

Zum Teil muss dazu erst ein Tierarzt gerufen werden.

Doch trotz des verpatzten Sonntags, müssen Touristen sich nicht nach einem neuen Urlaubsdomizil umsehen,
denn der schlechte Start hat diejenigen erschüttert, die den Auftrag der Strandreinigung vergaben und
der zuständigen Firma ordentlich Dampf unterm Hintern gemacht.

So wird diese den Sommer über wohl wesentlich bemühter sein als bisher.

Wie heißt das Sprichwort so schön, verpatzte Generalprobe...

  
  
  

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